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Autor: Michael

Sonstwas No. 3

Lemminge wandern einfach freiwillig aus, sobald sie meinen zuviele von Ihnen würden eine Gegend besiedeln. Diese Wanderungen überleben zwar oft nicht viele Tiere, aber die Geschichte vom Massenselbstmord ist ein Märchen. Das haben wir in erster Linie einer Fakeszene von Walt Disney im Tierfilm „Weiße Wildnis“ zu verdanken. Der Mensch hingegen ist oftmals ein Mitläufer…

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Los Grattleros

Vermutlich war’s 1979, vielleicht auch 1980. Wir waren eine Riesengang, die Jahrgänge reichten von 1954 bis 1969 und wir teilten das gleiche Schicksal, nämlich in einem großen Dreieck, das von Wohnblöcken des Beamtenbundes und der Irgendwasverwaltung gebildet wurde, aufzuwachsen. Beschäftigte im öffentlichen Dienst waren fruchtbar damals.

Wie das bei einer altersmäßig derart inhomogenen Truppe so sein muss, zerfiel der Haufen in mehrere Unterorganisationen, deren Mitglieder durchaus bei mehreren „Abteilungen“ tätig sein konnten. Eine davon war eine kleinere Gruppe namens „Los Grattleros“, die aus dem Big Pete, dem Kochi (R.I.P), dem Peewee und meiner Wenigkeit bestand. In dieser Konstellation gab es einen alles überlagernden Tätigkeitsschwerpunkt: Musik hören und saufen. Es war noch vor dem Frühjahr, ein eiskalter Abend des sich davonschleichenden Winters und heute hatten wir nichts anderes vor, als sonst auch, aber es gab etwas zu feiern. Der Big Pete tat das, was man damals bei dieser sozialen Prägung wohl mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit häufiger tat, er strebte das Berufsbeamtentum an. Dabei war er einen entscheidenden Schritt vorangekommen und deshalb wurde heute nicht bei ihm gesoffen sondern auswärts. Zu diesem Zweck begaben wir uns in eine berüchtigte Studentenkneipe namens Vollmond in der Schleißheimer Straße. Da lief annähernd die selbe Mucke wie bei uns und die Preise waren moderat.
Der Abend nahm einen gemütlichen Verlauf. Nach dem Essen gönnte sich der Big Pete zur Feier des Tages eine dicke Havanna, der Kochi und ich qualmten Zigaretten und der Peewee hustete für uns drei mit.

Nach ein paar Halben wechselten wir zu Cuba Libre und dann zu Havanna pur. Quatschen, lachen, qualmen, saufen. 4/4 Takt sozusagen. Dann fing das Personal an die Stühle hochzustellen, wir zahlten und machten uns auf den Heimweg. Da drinnen, in der warmen Kneipe, waren wir uns gar nicht so besoffen vorgekommen und außerdem hatte noch niemand gekotzt. Aber draußen in der kalten Luft wechselte der Zustand rapide zu „Heavy Load“. Zum Glück waren kaum noch Autos unterwegs, denn das Vorwärtskommen inmitten der Schleißheimer war mühsam, schließlich bogen wir in eine Seitenstraße ab und an der nächsten Kreuzung war der Stecker dann endgültig gezogen. Da gab es an einer Fahrbahnecke einen Gullydeckel aus dem ein warmer Lufthauch emporstieg und dort legten sich der Big Pete und der Kochi erst mal schlafen.

Der Peewee und ich lachten blöd, es wurde immer alberner, dann ging ich erst mal pissen, gegenüber war ein Grünstreifen, na ja grün, es war Winter. Der Peewee hielt den Beiden eine Ansprache, stellte Fragen, machte Vorschläge. Nach der Blasenentleerung machte ich mit. Antworten erhielten wir nicht. Trotzdem war’s extrem lustig. Zumindest für uns. Zum Glück war noch immer kein Auto gekommen. Der Kochi setzte sich irgendwann auf, um gleich wieder umzukippen. Langsam wurde es zu kalt und nachdem der erste Wagen nach bremsen, hupen vogelzeigen weg war, beschlossen wir die Schläfer entweder zu mobilisieren oder zumindest auf den Gehweg oder zwischen geparkte Autos zu ziehen. Den Kochi konnten wir „zum Leben“ erwecken und vor lauter Begeisterung kotzte er gleich auf die Seitenscheibe des Autos an das wir ihn gelehnt hatten. Er krallte sich dabei an der Dachkante fest wie ein Schiffbrüchiger an einem Stück Treibholz, der Peewee und ich hatten den nächsten Lachkrampf.

Wenig später machte er sich unvermittelt auf, zurück zum Big Pete, deutete auf ihn und sagte nur „zu ihm“. Das war o.k., zu Dritt würden wir ihn schon irgendwie nach Hause kriegen, aber der Big Pete hatte den Namen auch nicht umsonst, er war 1,96 und nicht wirklich dünn. Es waren nur noch ein paar hundert Meter, aber es war in unserem Zustand Schwerstarbeit. Zum Glück wohnte er im Erdgeschoss. Irgendjemand fummelte seinen Schlüssel aus seiner Tasche und dann war er zuhause. Kaum war er im Warmen schlug er die Augen auf, ruderte mit den Armen, lud uns quasi zu sich nach Hause ein, was den nächsten Lachkrampf zu Tage förderte, aber dann war die  Luft raus. Wir sahen zu, dass er es in sein Bett schaffte, der Kochi blieb bei ihm und pennte auf der Couch.
Der Peewee und ich schlichen nach Hause, schon ein Stückchen nüchterner nach der Anstrengung, aber hinter die Litfaßsäule an der Winzerer kotzte ich trotzdem noch. „Los Grattleros“ haben noch oft von dieser „amtlichen“ Feier gesprochen.

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Sternlein

Sternlein im Elfenschrein

Welch Tage Du gewährst

Welch Nähe Du verschenkst

Ach bleib doch

Hauch ich noch

Schon durch die Tür

Mit einem Bein

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Opa

Mein Opa mütterlicherseits ist gemeint. Jahrgang 1893, aufgewachsen im deutsch / österreichischen Niemandsland entlang des Inns, nicht besonders weit von Passau entfernt. Wo genau, das ließ sich bereits um 1970 herum nicht mehr feststellen. Das war das erste Mal, dass Opa sein Zuhause aus der Kindheit noch einmal sehen wollte. Meine Eltern packten ihn und Oma ins Auto und wir begaben uns auf die Suche. Es war dort außer Wiesen nichts zu finden und traurig war er darüber nicht.

Jedenfalls war es früher ein Sägewerk auf der österreichischen Seite in „Alleinlage“. Neun Geschwister, Armut und schlechte Behandlung inklusive. Er hat nie viele Worte darüber verloren. Deshalb lies sich viel später, als sich ein entfernter Verwandter inbrünstig dem Thema Ahnenforschung zu widmen begann, nicht mehr feststellen, dass er etwa um 1904 zu einer Pflegefamilie nach Passau gekommen war. Möglicherweise war er sogar adoptiert worden, das würde erklären warum er 1914 einen deutschen Pass hatte.

Wie auch immer, zunächst machte er sich um das Jahr 1908 auf den Weg nach München und absolvierte eine Lehre als Schneider, ein Beruf der ihm quasi auf den Leib geschneidert war. Die glücklichen Jahre waren 1914 schon wieder zu Ende, der 1. Weltkrieg brach aus und er war von Anfang an dabei. Zunächst war er als Infanterist an der Westfront, später gehörte er zu den Soldaten, die erbeutete Panzer fuhren. Ein Stück der weiteren Geschichte fehlt und es geht erst damit weiter, dass er mit Typhus und Cholera im Lazarett lag. Er lag so regungslos auf seiner Pritsche, dass ihn die Sanitäter für tot hielten und ihn auf den Wagen mit den Leichen warfen. Das war an einem Tag, an dem die deutschen Truppen auf dem Rückzug waren, es war viel Rummel und das weckte ihn wohl auf. Trotz seines Zustandes schaffte er es einen Arm zu heben und das wurde tatsächlich bemerkt. Man zog ihn also vom Leichenwagen wieder herunter und er war im „Seuchentross“ auf dem Rückzug mit dabei. Im Lazarett lag er noch über das Kriegsende hinaus und bei seiner Entlassung sagten ihm die Ärzte, dass sein Darm von diesen Krankheiten vollkommen zerstört sei, er seine Tage genießen solle und sein Leben wohl bald enden würde.

Ich nehme das vorweg, Opa ist 1992 im Alter von 99 Jahren verstorben.

Den Rat der Ärzte, sein Leben zu genießen, hat mein Opa jedenfalls befolgt. Zurück in München hat er seine Franziska kennengelernt und eine Arbeit bei einem Schneidermeister gefunden, der für eine betuchtere Klientel Reitbekleidung anfertigte. Die beiden hatten ein Auskommen, eine große Liebe und viel Spaß. Freitag und Samstag war Party angesagt, der Heimweg wurde erst am frühen Morgen angetreten und nicht ohne unterwegs bei einer Backstube vorbeizuschauen, in welcher ein befreundeter Bäckergeselle seine Arbeit verrichtete und durch einen Fensterschacht ein paar warme Brezen ausgab. Der Mensch braucht Rituale! Ende 1922 wurde meine Ma geboren, der Party tat das keinen Abbruch, die wurde am Wochenende bei Freunden oder Verwandten untergebracht. Geheiratet haben die Beiden erst 1926, ein Kind „lediger“ Eltern war zu der Zeit kein Problem. Die Spießigkeit kam erst mit der Weltwirtschaftskrise und den Nazis zurück.

Auch der Krieg holte ihn wieder ein, er wurde als Luftwaffenhelfer eingesetzt, Das Mietshaus mit ihrer Wohnung in Haidhausen wurde Anfang 1945 durch eine Fliegerbombe schwer beschädigt, aber meine Oma war inzwischen längst bei Verwandten in Niederbayern untergekommen (Dort war auch meine Mutter zu dieser Zeit). Anfang 1945 kam dort meine Tante zur Welt, zwei Tage vor dem 44. Geburtstag meiner Oma. Beide Großeltern und die neugeborene Tante haben den 2. Weltkrieg ohne körperliche Schäden überstanden. Ebenso wie meine Mutter, die aus dieser Zeit allerdings bis zu ihrem Tod eine extreme Angststörung zurückbehalten hat.

Das Mietshaus mit der  Wohnung meiner Großeltern wurde wieder aufgebaut, irgendeinen Luxus suchte man dort jedoch vergeblich. Ein Badezimmer gab es nicht (dafür das Müllersche Volksbad), geheizt wurde mit Ölofen, Warmwasser gab’s in der Küche aus dem elektrischen Boiler.

Opas Arbeit in der Schneiderei ging weiter, das Leben verlief in geraden Bahnen, aber mit zunehmendem Alter wurden auch die Spuren der beiden Weltkriege sichtbar. Die beiden sind nie in Urlaub gefahren, sie haben grundsätzlich niemals eine Nacht auswärts verbracht, ganz egal was war. Ausgenommen Krankenhausaufenthalte… Sie besaßen nie ein Auto, weil sie ja mitten in der Stadt wohnten und auch nirgends hinwollten. Zudem waren sie leidenschaftliche Fußgänger. Gelegentlich sind sie bei meinen Eltern oder bei Onkel und Tante mitgefahren, raus ins Grüne zum spazieren gehen oder ins Kaffeehaus. Das war’s, zum Abendessen war man daheim.

Mein Opa hat sich nur wenig gegönnt. Das waren gute Zigarren und schöne Kleidung, was für einen Schneider auch nicht ungewöhnlich ist. Meine Oma wurde verwöhnt, soweit das finanziell möglich war. Die beiden gingen gerne in gute Kaffeehäuser oder mittags auch einmal ins Restaurant. Ich fand es als Kind schon beeindruckend wie liebevoll die beiden miteinander umgegangen sind. So wurde Opa beispielsweise durchgecheckt wie bei der Kontrolle in einem Flughafen sobald er die Wohnung verließ. Ist die Lesebrille dabei, Feuerzeug, Zigarren, Taschentuch, Geldbörse? Sitzt der Krawattenknoten richtig? Wäre alles nicht nötig gewesen, war aber unverzichtbares Ritual.

Wie jeder andere Mensch hatte auch Opa Schwächen, bei ihm war es der Jähzorn. Dann waren immer fünf ganz andere Minuten angebrochen, die Freundlichkeit war weg. Er schimpfte und fluchte, gestikulierte wild mit den Armen, eine Schweigeminute schloss sich an, die dann zurück in die gewohnte Freundlichkeit führte. Körperliche Gewalt gab es hingegen nie.

Opa ist nicht etwa mit 65 in Rente gegangen, dazu hat er seinen Beruf viel zu sehr geliebt. Er hat die zwei Tage Woche für sich eingeführt und noch sieben oder acht Jahre weitergearbeitet. Ich kann mich sogar noch erinnern, dass ich als kleiner Junge einmal zusammen mit meiner Mutter bei ihm in der Arbeit war.

Der Tod meiner Oma im Jahr 1974 war ein großer Einschnitt in seinem Leben. Sie hatte Magenkrebs und ist nach der Diagnose und einer Operation recht rasch an der Krankheit verstorben. Seine Trauer, seine Tränen werde ich nicht vergessen. Aber wie er letztlich damit umgegangen ist, das war beeindruckend. Er hat genau das gemacht, was die zwei auch zusammen gemacht hätten. Das ist ihm zunächst sehr schwer gefallen, sich dazu aufzuraffen, aber es war genau das Richtige. Er ist auch bis zu seinem 95. Lebensjahr in der Wohnung geblieben, nach einem leichten Schlaganfall war das dann nicht mehr möglich und er zog in ein Altersheim.

An seinem 99. Geburtstag hat er dann wohl beschlossen, dass es nun genug sei mit diesem Leben. Er ging abends ins Bett, hat sich zur Wand gedreht, nichts mehr gegessen, nicht mehr gesprochen und ist genau eine Woche später friedlich eingeschlafen.

Ein besonderer Mensch, zumindest für mich. Ich denke oft an ihn.

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Musik nicht machen…

.. sondern per KI generieren lassen? Kann man machen, als altes Spielkind habe ich das jetzt einmal ausprobiert. Nur für mich, veröffentlichen würde ich so etwas nie, die handgemachte Kunst ist mir dazu viel zu wertvoll. Aber ausprobieren, rumspielen ist für mich o.k. Natürlich nur mit einem kostenlosen Account, da kann sowieso nicht viel rauskommen. Dachte ich…

Ich habe mit Lounge / Ambient angefangen, ohne Text, sondern nur eine Beschreibung für den Zweck, die Stimmung, das Tempo und eine Tonart vorgegeben. Ich war positiv überrascht. Dann habe ich zum Spaß bei einem Stück zusätzlich ein Saxophon „angefordert“ und das war dann ganz schön gut. Nächster Schritt war Rockmusik, dafür hatte ich auch einen selbstgeschriebenen Text, Vorgabe Bluesrock, zwei Gitarren, Bass, Drums, ca. 100 beats per Minute, Grundtonart und Tonart für die Bridge, männliche Stimme und dann war ich total platt. Ich konnte diese Qualität nicht glauben, andererseits kann ich mir nun erst recht vorstellen wie bedroht das Einkommen „echter“ Musiker jetzt ist. Herzblut und Exzellenz braucht zahlende Fans, mehr denn je. Dachte ich und das stimmt dann auch soweit. Bis ich es mit Soulmusik ausprobiert habe. Ganz brutal… Text von KI 1 generieren lassen, in KI 2 eingegeben und den Sound dazu generieren lassen. Das Ergebnis war wirklich richtig gut und doch trat zum Glück gleichzeitig die große Schwäche zu Tage. Zumindest bei Soul, vermutlich auch bei Pop ist das zwar recht eingängig, klingt dann aber wie gefühlte 10 Millionen Songs, die sich nur durch Tonart, Singstimme und 2 Akkorde voneinander unterscheiden. Todlangweilig.

Ein bisschen werde ich noch weiterspielen und mir zum Hausgebrauch Loungemusik generieren. Beim Autofahren, oder zum runterkommen höre ich das oft ganz gerne.

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14 Tage 26

Zwei Wochen ist das neue Jahr erst alt und es fühlt sich nicht frisch sondern abgestanden und verbraucht an. Als ob es neben der Klimakrise nicht ohnehin schon genügend Probleme, Kriege und ein paar Gratisbeigaben aus dem alten Jahr gegeben hätte. Nein, China vs. Taiwan, Russland vs. Ukraine verschlimmern sich beinahe täglich und Onkel Donald wird dem Ganzen bald den Rest geben.

Einen Präsidenten entführen, ein paar Öltanker kapern und ununterbrochen Drohungen und Beleidigungen in die Welt kotzen? Null Problemo! Klar, Maduro ist ein Schwerverbrecher, aber ist Trumps Methode ein gangbarer Weg? Nein, noch immer gibt es ein Völkerrecht, auch wenn das scheinbar jeden Tag ein wenig geringer geachtet wird. Aber das täuscht! Es kommt einem so vor, wegen des unsäglichen Lärms, den Despoten und Tyrannen verbreiten.

Trump ist in diesem Sauhaufen obendrein ein Sonderling. Ein extremer Narziss, angefüllt mit Wut und Hass, einer, der keine einzige Kränkung die ihm jemals im Leben widerfahren ist, vergessen hat. Er weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat, um unsterblich zu werden. Unsterblich nach seinen Maßstäben, die in jedem vernünftigen Menschen Angst, Ekel oder Verachtung auslösen. Er will es wissen… Kuba, Kanada, Grönland… um nur die aktuellen Kandidaten aufzuzählen. Zwischendurch meint er noch den Iran von der Herrschaft der Mullahs befreien zu müssen und nach seiner Lesart hat er nach dem Einschlag von ein paar Dutzend Bomben und Raketen den Krieg gewonnen und die Welt vom nächsten Problem erlöst. So weit so schlecht, warten wir ab wie die Welt am 31. Januar aussieht.

Und ja, wir werden künftig Vorräte für ein paar Tage im Keller verstauen. Klang in meinen Ohren immer lächerlich, aber man lernt ja nie aus. Frei nach Philip Simon: „Genießen Sie den Untergang!“

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Gutes Neues!

Die Jammergesellschaft. Die Bedenkenträgergesellschaft. Die Arbeitskreisgesellschaft. Die „Die anderen sind schuld“ Gesellschaft. Die „Das steht mir zu“ Gesellschaft. Die Lobbygesellschaft.

Allen geht’s angeblich so schlecht, dass ihnen dringend geholfen werden muss.

Alles schlimm! Die Industrie, die Renten, die Krankenversicherung, der Strom, das Auto, die Bahn, die Zölle, die Landwirte, die ALLE, das ALLES.

Das Selbstverletzungsland. Das Einsamkeitsland. Das Deprivationsland. Sind wir oder meinen wir? Wollen wir so sein, oder müssen wir so sein?

Viele Fragen, kaum Antworten.

Nicht einmal abschreiben trauen wir uns. Von denen, die es vermeintlich oder tatsächlich besser können. Als ob wir in der dritten Klasse wären, vorne der Direx mit dem Tatzenstock.

Aber jammern können wir. Und das geliebte Jammern verstärken. Wegen der Reichweite! Klaro.

Echte Probleme. Wo ist die Deckung? Fluchten planen ohne Veränderung zu wollen. Viel Erfolg auch!

Also dann… Zum Wohle und auf ein gutes Neues!

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E-Bike No. 2

Vor etwa drei Jahren hatte ich einem Freund ein E-Bike abgekauft. Das war damals noch recht neu, damit meine ich, dass es erst etwa 1.700 Kilometer gelaufen war. Er war nicht glücklich damit, die Rahmenhöhe war mindestens eine Nummer zu groß für ihn. Der L. hat mir einen echten Freundschaftspreis gemacht und ich war anfangs recht glücklich mit dem Rad, weil ich die Sitzposition so einstellen konnte, dass mein Rücken nicht gemeckert hat (das will was heissen) und mir nicht dauernd die Pfoten eingeschlafen sind.

So weit, so schön, aber irgendwann fing das Rad an „kippelig“ zu werden, sprich, sobald ich etwas mehr als 20 km/h fuhr, traten Vibrationen auf. Ich konnte selber keinen Defekt finden, also bin ich in die Radlwerkstatt. Ich dachte es läge vielleicht an einer Unwucht in den Felgen oder Reifen. In der Werkstatt gab man sich größte Mühe, das Problem war nicht zu beheben.

Ich mochte das Fahrrad trotzdem leiden, aber nach drei Jahren hatte ich jetzt keine Lust mehr auf die „bad vibrations“ und habe mir endlich ein neues E-Bike geholt. Das hat etwas breitere Reifen und einen stabileren Rahmen. Wegen meiner „Schlafpratzen“ musste ich einen anderen Lenker nehmen, aber den Austausch gab’s gratis dazu. Ich habe somit auch „meine“ gute Sitzposition wieder herstellen können und die ersten paar Kilometer haben mir ein gutes Gefühl gegeben. Selbst bei 30 km/h liegt das Teil wie ein Brett auf der Straße, das gefällt Opa 😉 Immerhin rücken damit die Stützräder wieder in weite Ferne…

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Weihnachten! Heilige Scheisse…

Wie macht Ihr das mit Weihnachten? Volles Programm mit Christbaum, Lametta, Gedöns, Geschenken? Volles Haus mit Familie und Festtagsessen, oder gemeinsam chic ausgehen? Stattdessen etwa Besuchsmarathon bei der Verwandschaft? Freut Ihr Euch drauf, oder macht ihr das, weil ‚man‘ das immer schon gemacht hat und sonst jemand traurig oder gar beleidigt ist? Verschwindet Ihr vielleicht lieber in den Urlaub, wenn ja, baden oder skifahren?

Wir machen… gar nichts. Schon seit Jahren. Im Laufe eines Lebens sammelt sich ja zwangsläufig Weihnachtsdeko in irgendeiner Kiste im Keller an und da kramen wir jedes Jahr herum und die Liebste dekoriert mit den ausgewählten Sachen einen Adventskranz. Wir haben einen schönen Holzstern, der hängt dann an der Haustür und ein paar kleine Lichterkerzen stehen noch hie und da im Wohnzimmer. Wir schenken uns nichts, am Weihnachtsabend kochen wir uns was Leckeres, an den Feiertagen gehen wir viel an die frische Luft, sofern das Wetter halbwegs einladend ist und das war’s auch schon. Zu zweit an den Feiertagen, plaudernd, lesend, nachdenkend, lachend, whatever. Wir haben gelernt, dass das für uns das Beste ist zu Weihnachten.

Bis vor ein paar Jahren haben wir immer noch selber Weihnachskarten entworfen und ca. 25 Stück drucken lasssen, um selbige an Menschen zu verschicken, die uns lieb und teuer sind, aber wir haben gelernt, dass die Leute von sowas mittlerweile eher verwirrt als erfreut sind. Man schickt sich offensichtlich eher ein paar Zeilen per WhatsApp mit ein paar blöden Emojis garniert, also digitaler Höhlenmalerei, damit haben wir nichts am Hut, also lassen wir es ganz.

Stattdessen gibt’s ein paar Telefonte mit denen, die uns am nächsten sind und dann ist Feierabend. Im Wortsinn.

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Parallel unterwegs

Es gibt kein Vertun mehr. Basta! Du machst immer alles richtig. So! Glaubst Du nicht? Ich würde ja niemals zugeben, dass mich der Beitrag in der Spektrum Ausgabe vom August 2003 heillos überfordert hat, aber seit ich weiß, dass ich ein paar Milliarden Doppelgänger habe und zweifellos immer einer von denen die richtige Abzweigung genommen hat, falls ich selbst irgendwo falsch abgebogen bin, kann mir der ganze Kack nichts mehr anhaben. Stimmt natürlich nicht, aber falls ich mir das nicht erfolgreich einreden kann, irgendeines meiner Abziehbilder kriegt das hin. Beruhigung pur!

Das Ding, das meinen Kohlrabi zum glühen brachte, heißt Multiversum, kann mathematisch bewiesen werden und bereits 2003 konnten vier Ebenen davon in besagtem Magazin beschrieben werden. Vielleicht sind inzwischen noch ein paar Ebenen dazugekommen? Mir wäre das egal, denn, wie gesagt, ich bin überfordert. Andererseits ist es so, dass man ausrechnen kann, in einer 10 hoch zehn hoch 28 Meter entfernten Galaxie lebt einer meiner „Abkömmlinge“. Woher soll ich (oder er) eigentlich wissen wer das Original ist? Eigentlich auch egal, oder?  Nö, ich nehme das jetzt einfach für mich in Anspruch, macht ja nix. Oder spaltet sich deswegen jetzt gerade so ein Heini von mir ab, weil er beschließt, das das sehr wohl etwas ausmacht. Holy shit!

Kurioserweise ist das Ganze gar kein Witz, deswegen lest einfach den Artikel, bevor ihr euch auf den Weg macht hin zu einem anderen Quantenzweig des unendlichdimensionalen Hilbert-Raums.

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